GERNOT SCHULZ ARCHITEKTUR
16.10.08 Kamp-Lintfort - Wettbewerbserfolg 2. Preis

Wettbewerb Einkaufszentrum Moerser Straße, Kamp-Lintfort

Leitgedanke: Raumbildung, Maßstäblichkeit und Identifikation. Neben der verfestigten Zentrumsverlagerung in den Nordwesten der Stadt sind die fehlende Raumbildung, die rudimentären Blockstrukturen und der Maßstabssprung der drei „Weißen Riesen“ gegenüber den sich anschließenden Siedlungsbereichen die Hauptfaktoren der negativen Wahrnehmung des südwestlichen Stadteingangs am Alten Rathaus. Die ausgelobte Aufgabe der Fassadengestaltung eines neuen Einkaufzentrums an diesem Ort hat daher als wichtigste Aufgabe eine städtebauliche Dimension. Die Ziele des vorliegenden Entwurfs sind daher:- die Parzellenbreite und geschlossene Bebauungsform der Nachbarschaft aufzunehmen, so dass das selbstverständliche Bild einer Gebäudereihung entsteht.
- Einen räumlichen Abschluss der Moerser Strasse am ehem. Verkehrspavillon zu definieren und einen kleinen angemessenen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.
- Das neue Einkaufzentrum erhält zum neuen Platz eine plastisch ausgearbeitete raumbildende Fassade und steht mit dem neuen Platz im Dialog.
- Der neue Dialog zwischen Handelshaus und Platz manifestiert sich in der vorgeschlagenen Namensgebung: Lintforter Platz und LintfortCenter. Die Namensgebung zeugt auch von einem nach erfolgtem Stadtumbau und Gestaltung des öffentlichen Raums neuen Stellenwert dieses Teils der Stadt neben der herausragenden Bedeutung des Klosters Kamp. Mit Realisierung des 2. Bauabschnitts entsteht das Lintforter Quartier mit großem Identifikationspotenzial für Bürger, Bewohner und Nutzer.

11.08.08 Wettbewerb - Gymnasium Dresden

Gymnasium Bürgerwiese Dresden

Mit einer einzigen „umarmenden“ Geste entsteht ein Schulensemble aus bestehender Grundschule und neuem Gymnasium, welches einen großen geschützten Hofraum nach Süden bildet. Zu diesem Raum sind alle Klassenräume und schulöffentlichen Funktionen des Neubaus ausgerichtet und somit vor der erheblichen Lärm- und Staubimmission der Park- und der Gellertstraße geschützt.
Die im Zusammenspiel einer integralen Gesamtplanung aus Architekten und Fachplanern entwickelte leicht zick-zack-förmige Figur des Baukörpers vereint viele Vorteile:
- Bewahrung und Stärkung des schützenswerten Baumbestands, somit Fortsetzung des historischen Landschaftsgartens auch südlich der Parkstraße.
- Abschirmung zur lärmbelasteten Parkstraße
- Große Kompaktheit des Baukörpers durch durchgehende Zweibündigkeit ohne Monotonie der Flurflächen
- Keine gegenseitige Einsehbarkeit zwischen Schulneubau und Punkthochhäusern im Südosten
- Unter Berücksichtigung der Vorgaben (Immissionen, vorhandene Medien, Grundwasserstand und Baugrund) angestrebte Einfachheit und hohe Wirtschaftlichkeit der Konstruktionen
Form, Organisation und Situierung des Neubaus ermöglichen ein wirtschaftlich optimiertes Gebäude mit großem Identifikations- und Motivationsfaktor für Schüler und Lehrer. Das Einbetten des Baukörpers in vorhandenes und neues Landschaftsgrün lassen die Schule zu einer Schule im Park werden. Dem naturwissenschaftlichen und sportlichen Schwerpunkt des neuen Gymnasiums wird somit baulich Ausdruck verliehen.

26.07.08 Bremerhaven - Wettbewerb 3. Preis

Wettbewerb Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven

Durch den Strukturwandel Bremerhavens seit den 1960er Jahren wurde die Silhouette der Stadt grundlegend verändert. Kulturelle, kommerzielle und wissenschaftliche Nutzungen haben die im Laufe der Zeit frei werdenden Flächen der Fischerei- , Schiffbau- und Hafenbetriebe besiedelt und sich von der Kernstadt aus bis zum Weserufer ausgebreitet. Die ehemals flachen, ufernahen Bebauungen sind verschwunden und haben Platz gemacht für großmaßstäbliche, vertikale Baukörper des Handels, der Forschung und des Wohnens.

Um das Deutsche Schiffahrtsmuseum für die Zukunft zu rüsten, wird für die Erweiterung die Errichtung eines Turmes vorgeschlagen, der sich in seinem Maßstab in die neue Hafensilhouette einfügt und den städtebaulichen Abschluss im Süden des Entwicklungsgebiets „Alter und Neuer Hafen“ bildet.
Er verleiht der Institution „Deutsches Schiffahrtsmuseum“ eine neue Identität und Wiedererkennbarkeit, die auch aus der Ferne wahrgenommen wird und stellt sich so selbstbewusst dem Wettbewerb der publikumsträchtigen Einrichtungen der unmittelbaren Nachbarschaft.

17.07.08 Stassfurt - Wettbewerbserfolg 2. Preis

Realisierungswettbewerb Kompetenzzentrum, Stassfurt

Leitgedanke: Kubisches Kristallsystem
Als Hort historischer Dokumente, städtebaulicher Impulsgeber und forschende Institution steht das neue Kompetenzzentrum im Fokus öffentlicher Wahrnehmung und öffentlichen Interesses. Dieses sollte sich in der Gestaltung des Gebäudes ablesen lassen.
Folgende Assoziationskette ist Leitgedanke unseres Entwurfs:
Staßfurt - Wiege des weltweiten Kalibergbaus
Kali – Salzmineralien – Steinsalz
Steinsalz (Halit) ist ein gesteinsbildendes Mineral und maßgeblich am Aufbau von Salz-Lagerstätten beteiligt. Eine der europäischen Hauptvorkommen liegt in Staßfurt.
Es kristallisiert in kubischen Kristallsystemen.

13.07.08 Instandsetzung VHS Köln

Entwicklung eines Beleuchtungs- und Orientierungssystems

Als einziges in allen Geschossen zu erneuerndes Bauteil wird die Decke in Flur und Wartebereichen das zusammenfassende Gestaltungselement des Studienhauses indem sie neben der Erfüllung technischer Anforderungen an Installationsführung und Akustik als Informationsträger für das Orientierungssystem
und als Ebene zur Aufnahme der Beleuchtung dient.
Das ursprüngliche Erscheinungsbild von 1965 dient als Grundlage der Gestaltung.
Durch das bündige Einrücken der Lichtkästen in die Deckenebene werden die Elemente Belichtung und Orientierungssystem zusammengefasst und bilden eine funktionale und gestalterische Einheit.
Die scheinbar zufällige Anordnung der quadratischen Lichtkästen von 1,50 / 1,50 m orientiert sich am Ursprungszustand des Hauses. Es wird über den Leuchtentyp eine gleichmäßig gestreute und blendfreie Belichtung erreicht.
Das Konzept der Reduzierung und Vereinfachung wird im Orientierungssystem fortgeführt. Wände können von zusätzlicher Beschilderung freigehalten werden. Der Raum und die Materialität werden in Ihrer Wirkung unterstützt. Neben den Raumbezeichnungen wird in den zentralen Wartebereichen die
Wegeführung zu den Raumeinheiten Seminar, Büro und Serviceeinheiten ausgewiesen. Besondere Fachräume werden hervorgehoben. Die Graphik wird räumlich, indem Sie im Bereich der Türen von der Deckenfläche auf den Sturz übergreift. Typographie Raumbezeichnung im Deckenbereich:
Aufeinander abgestimmte unterschiedliche Schriftgrößen und ein starker Farbkontrast erleichtern die Orientierung.
In den Treppenhäusern wird die Orientierungshilfe geschossweise auf die Wand aufgebracht. Es wird die Wegeführung zu den Raumeinheiten ausgewiesen. Die Deckenausbildung wird fortgeführt und schafft die optische Verbindung.
Typographie Raumbezeichnung in den Treppenhäusern: Aufeinander abgestimmte unterschiedliche Schriftgrößen und ein starker Farbkontrast erleichtern die Orientierung.
Eine silbrig glänzende Linie bildet das verbindende Element aller Etagen und Erschließungsbereiche. Das Silberband ist Metapher für den ‚Ariadnefaden‘ der den Besucher dezent durch das Gebäude begleitet.
Im Kommunikationsbereich ersetzt ein Diorama den verschwundenen Ausblick. Die graphische Sprache des Leitsystems wird hier aufgegriffen und fortentwickelt.
Jedes der vier Dioramen erhält einen graphisch abstrahierten Ausschnitt der kartographischen Ansicht Kölns, die zusammengesetzt ein Ganzes ergeben. Der Rhein ist - analog zum Silberband - das verbindende Element. Entsprechend der Leuchtkästen im Deckenbereich sind die Dioramen hinterleuchtet.
Das Konzept der Einheit von Graphik und Beleuchtung wird fortgeführt.
Im Erdgeschoss wird das Prinzip der Einheit aus Belichtung und Orientierungssystem fortgeführt. Sie erreicht die gestalterische ‚Klammer‘ zwischen den Geschossen.
Die scheinbar zufällige Anordnung der quadratischen Lichtkästen wird übernommen
und an die Anforderungen des Erdgeschosses angepasst.

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