GERNOT SCHULZ ARCHITEKTUR
09.05.08 Köln - Wettbewerbsankauf

Wettbewerb Archäologische Zone und Jüdisches Museum, Köln

Leitgedanke: Transformation und Schichtung
Transformation bedeutet Umformung, d.h. die Veränderung der Gestalt, Form und Struktur ohne Verlust der Substanz, bzw. des Inhalts.
In der Geschichtsschreibung und Forschung über das Judentum, über dessen eigene Entwicklung und dessen Verhältnis zu anderen Kulturen und Religionen, nimmt der Begriff der Transformation eine Schlüsselrolle ein. Der Begriff findet sich sowohl in Schriften zu Konvergenz und Divergenz von Christentum und Judentum (vgl. Gerd Theissen in „Paulus und das antike Judentum“, Hrsg. V. Schlatter, Hengel, Heckel), als auch in Untersuchungen zum Wandel des Judentums in der Zeit der jüdischen Aufklärung im 18. Jahrhundert (vgl. Britta L. Behm in „Moses Mendelsohn und die Transformation der jüdischen Erziehung in Berlin. Eine bildungsgeschichtliche Analyse zur Jüdischen Aufklärung im 18. Jhdt.“) und in Analysen zur Geschichte des Judentums in Köln (vgl. Anna-Dorothee von den Brinken in „Quellen zur Geschichte der Stadt Köln II: Spätes Mittelalter und Frühe Neuzeit“, Hrsg. i.A. des Fördervereins Geschichte in Köln e.V.).
Der zu bearbeitende Ort ist Teil des via culturalis, dem kulturgeschichtlichen Rückgrat der Stadt Köln. Ziel der via culturalis ist, über eine Platzfolge – auf und unter diesen – Kulturgeschichte und Stadtgeschicht(en) durch eine Transformation von Raum und Zeit und Sichtbarmachung von Schichtungen erlebbar zu machen.
Unser Entwurf folgt den durch die Aufgabenstellung und den Ort vorgegebenen Themen von Transformation und Schichtung.

01.05.08 Büroumzug in die Vorgebirgstraße

Wir haben uns vergrößert!

17.03.08 Residenz Bratislava

Residenz des Deutschen Botschafters bei der Slowakischen Republik

Auf einer Erhebung mit weitem Blick nach Süden über die Donau entsteht die neue Residenz des Deutschen Botschafters in der Slowakei. Im Westen thront vis-á-vis des Neubaus die Burg, das Wahrzeichen der Stadt.
Der Entwurf interpretiert und zelebriert die Wege und Ausblicke des Grundstücks.

Der gesamte Entwurf entsteht aus der Bewegung eines mit hellem Travertinstein verblendeten Wand-/Deckenbandes. Dieses beginnt als Grundstücksmauer an der öffentlichen Straße Mudronova, begleitet die Auffahrt, umrahmt winkelförmig einen Vorplatz, klappt um und wird zum Dach des EG, bevor es als mäanderndes Band die privaten Schlafräume der Botschafterfamilie „einhüllt“.

Der schwellenfreie Umgang mit dem Natursteinbodenbelag und die raumhohe Glasfassade mit ihren großzügigen Schiebeelementen in den privaten und repräsentativen Räumen heben die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum scheinbar auf. Die Materialwahl ist streng reduziert und beschränkt sich auf eine Kombination von Travertin, Corten-Stahl und Räuchereiche.

07.03.08 HdA Köln - Wettbewerbserfolg 1. Preis

Haus der Architektur Köln, Kulturvitrine am Josef-Haubrich-Hof

LEITSÄTZE FÜR DAS HAUS DER ARCHITEKTUR Flexibilität, Großzügigkeit, Erkennbarkeit
Für die vielfältigen Aktivitäten des HDAK gibt es eigentlich nur eine mögliche Antwort: EIN großzügiger neutraler Raum. Weißer fugenloser Estrichboden, weiße Möbel, rohbauraue graue Betondeckenstruktur, sichtbare Leitungsführung prägen den Ausstellungs- und Werkstattcharakter des Raums. Alle sonstigen Funktionen (Bibliothek, Archiv, Büroräume, Lager) werden durch verschiebbare einheitliche Kuben aus weißen Aluminiumwabenplatten erstellt, welche dreiseitig geschlossen auch die notwendigen Wandflächen für Ausstellungen sicherstellen. Die Boxen sind witterungsfest und ihre vierte Seite verschließbar.
Der besondere Clou der HDAKuben, die sich durch Ihre Signethaftigkeit im besonderen Maße dafür eignen, von verschiedenen Institutionen gesponsert zu werden, ist die Technik des Versetzens. Durch die im Messebau bewährte frappierend einfache und kostengünstige Luftkissentechnik (Aufgrund der Gleichheit aller Kuben wird nur eine Transporteinheit benötigt. Gesamtkosten für eine Transporteinheit: 5.000,-, notwendige Infrastruktur: Steckdose) können zwei Personen jeden Kubus in kürzester Zeit umpositionieren, sodass auch während einer Ausstellung größere Veranstaltungen problemlos durch kurzzeitiges Versetzen der HDAKuben ermöglicht werden können. Die HDAKuben werden darüber hinaus zu Werbeträgern und Infoboxen im öffentlichen Raum, zum Markenzeichen des HDAK! Wichtige Neubauten in Köln erhalten in Zukunft einen HDAKubus, während der PLAN-Woche werden solche HDAKuben an spezifischen Architekturorten in der Stadt verteilt, wo sie zudem verschiedenste Funktionen sicher stellen können. Für besondere Veranstaltungen können die HDAKuben mit dem Luftkissensystem auch auf dem Josef-Haubrich-Hof temporär positioniert werden.

16.01.08 Zeche Zollverein - Wettwerbsankauf

Depot Ruhr Museum auf dem Welterbe Zollverein

Leitgedanken
Eine der Besonderheiten des Weltkulturerbes Zeche Zollverein ist die formale Strenge und Kraft seiner Bauten, die sich ganz auf die Wirkung von Proportion, Raumbildung und Perspektive verlässt und den Betrachter auffordert, die ehemalige und heutige Nutzung zu entdecken. Die neue Design School von SANAA verfolgt die gleiche Haltung.
Das für das Depot des Ruhr Museums zu beplanende Grundstück liegt am Rand des Bauensembles Zollverein und im Schatten der Kohlenwäsche. Die aktuelle Freiraumplanung sieht mit der Fritz-Schupp-Allee den Beginn des Landschaftsraums Zollvereinpark vor. Der fehlende Bürgersteig und der mit Aufwand inszenierte Fahrradweg zwischen den historischen Bahngleisen sind Zeugen dieser Entwicklung seit Beginn der 90er Jahre.
Der Nutzer wünscht folgende Funktionsbezüge: Fotodepot und Fotolabor sollen ebenso in unmittelbarer Nähe angeordnet werden wie Büros und Bibliothek, die Büros wenn möglich alle auf einem Geschoss.
Lange Zeit erschienen uns die verschiedenen Vorgaben des Ortes und der Nutzung nicht vereinbar. Und jetzt diese simple einfache und doch prägnante Idee:
Ein im Querschnitt T-förmiges Gebäude. Eine Skulptur im Landschaftsraum des Zollvereinparks. Ein Gebäude, abstrakt und hochfunktional – wie die Zechenbauten der Nachbarschaft.
Der schmale Gebäudefuß hält ausreichend Abstand zur Straße und zum Radweg, lässt Platz, um das Gebäude „ins Grüne“ einzubetten und so den Landschaftspark Zollverein nach wie vor an der Fritz-Schupp-Allee beginnen zu lassen und den historischen Bahnverlauf – heute Fahrradweg – auch während der Bauphase unberührt zu lassen.
Die viergeschossige Stapelung der Depotgeschosse und der Bibliothek ist äußerst wirtschaftlich, da die notwendige Raumhöhe von 2,40m nicht aufgrund etwaiger Büroräumen auf den Geschossen überschritten werden muss. Auf drei der vier Geschosse kann aufgrund der geschossfüllenden Raumgrößen auf Flure sogar ganz verzichtet werden.
Das zu beiden Seiten auskragende Bürogeschoss ermöglicht die Anordnung sämtlicher Arbeitsplätze auf einem Geschoß, was einen intensiven und schnellen Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern fördert. Ein klassischer Dreibundgrundriss ermöglicht räumliche Flexibilität auch in der Zukunft. Gläserne Flurwände ermöglichen von jedem Punkt im Bürogeschoss horizontale Durchblicke zwischen Landschaftspark und Kohlenwäsche. Der Weg vom Büro in die Depots und die Bibliothek führt die Mitarbeiter auf kurzem Weg über die Treppenhäuser der Gebäudeköpfe, die von innen einen weiten Blick auf das Weltkulturerbe Zollverein erlauben und eine visuelle Kontaktaufnahme zwischen Außen und Innen ermöglichen.
Die Einfachheit und Prägnanz des Baukörpers, zusammen mit dem gewählten Material lassen das neue Gebäude in einem Schwebezustand zwischen Skulptur im Landschaftsraum und funktionsoptimiertem Gebäude erscheinen. Eine Beschreibung, die ebenso auf das bestehende Gebäudeensemble passt und somit das neue Depotgebäude als neuen selbstverständlichen Bestandteil auf Zollverein einbindet.

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